PEG-100-Stearat
PEG-100-Stearat ist ein häufig verwendeter Emulgator in Kosmetika, der dabei hilft, Wasser und Öl zu einer stabilen Emulsion zu verbinden. Der Inhaltsstoff wird vor allem in Cremes, Lotionen, Reinigungsprodukten, Haarspülungen und anderen Pflegeprodukten verwendet, in denen eine Wasserphase und eine Ölphase miteinander vermischt werden müssen.
PEG-100-Stearat wird in der Praxis oft mit Glycerylstearat kombiniert. Diese Kombination bildet ein vielseitiges Emulgatorsystem, mit dem sich unterschiedlichste Öl-in-Wasser-Emulsionen herstellen lassen – von leichten Körperlotionen bis hin zu reichhaltigen Gesichts- und Handcremes.
PEG-100-Stearat sorgt nicht nur für die Bildung einer Emulsion. Es kann auch zur Stabilität, zum Auftrag, zur Cremigkeit und zum Hautgefühl des Endprodukts beitragen. Die endgültigen Eigenschaften hängen von der verwendeten Konzentration, dem Verhältnis zwischen Öl und Wasser, den enthaltenen Verdickungsmitteln und dem gesamten Herstellungsprozess ab.
INCI: PEG-100-Stearat
Was ist PEG-100-Stearat?
PEG-100-Stearat ist ein nichtionisches Tensid, das durch die Verbindung von Stearinsäure mit einer Polyethylenglykolkette hergestellt wird. Die Zahl 100 bezieht sich auf den durchschnittlichen Ethoxylierungsgrad und damit auf die durchschnittliche Länge des Polyethylenglykolanteils des Moleküls.
Das Molekül enthält sowohl einen fettliebenden als auch einen wasserliebenden Teil:
- Der Stearat-Anteil hat eine Affinität zu Ölen und Fetten.
- Der PEG-Teil hat eine Affinität zu Wasser.
Durch diese doppelte Affinität kann sich PEG-100-Stearat zwischen der Öl- und der Wasserphase einordnen. Es senkt die Grenzflächenspannung und hilft dabei, kleine Öltröpfchen gleichmäßig in der Wasserphase zu verteilen.
PEG-100-Stearat wird meist zur Herstellung von Öl-in-Wasser-Emulsionen verwendet. Bei dieser Art von Emulsion bildet Wasser die äußere Phase, und kleine Öltröpfchen sind im Wasser verteilt. Diese Art von Emulsion wird häufig in Kosmetikcremes und -lotionen verwendet, da sie sich in der Regel weniger fettig anfühlt als eine Wasser-in-Öl-Emulsion.
Wofür wird PEG-100-Stearat verwendet?
Die wichtigste Funktion von PEG-100-Stearat ist das Emulgieren von Wasser und Öl. Je nach Rezeptur kann der Inhaltsstoff außerdem zu verschiedenen anderen Produkteigenschaften beitragen.
1. Bildung von Öl-in-Wasser-Emulsionen
Wasser und Öl vermischen sich von Natur aus nicht dauerhaft miteinander. Wenn diese Phasen ohne Emulgator vermischt werden, trennen sie sich mit der Zeit wieder voneinander.
PEG-100-Stearat hilft, diesen Prozess zu verhindern. Beim Emulgieren werden kleine Öltröpfchen in der Wasserphase verteilt. Die Emulgatormoleküle lagern sich um diese Tröpfchen herum und verhindern so, dass sie schnell wieder zusammenfließen.
2. Stabilisierung von Cremes und Lotionen
PEG-100-Stearat trägt zur Stabilität von Emulsionen bei. Ein gut formuliertes Emulgatorsystem kann helfen, Folgendes zu verhindern:
- Öl sammelt sich oben auf dem Produkt
- Wasser trennt sich von der Creme
- Die Emulsion wird während der Lagerung dünner
- Die Creme bekommt eine ungleichmäßige Konsistenz
- Die Verbindung zersetzt sich bei Temperaturschwankungen
Das Vorhandensein von PEG-100-Stearat allein garantiert jedoch noch keine stabile Emulsion. Auch der Ölanteil, die gewählten Co-Emulgatoren, Verdickungsmittel, die Verarbeitungstemperatur, die Mischgeschwindigkeit und die Abkühlmethode spielen eine wichtige Rolle.
3. Verbesserung der Verarbeitbarkeit
PEG-100-Stearat kann dazu beitragen, dass sich ein Kosmetikprodukt geschmeidig und gleichmäßig auf der Haut verteilen lässt. Eine gut ausgewogene Emulsion lässt sich leicht verteilen und fühlt sich nicht sofort schwer oder klebrig an.
Das endgültige Hautgefühl wird unter anderem bestimmt durch:
- Die Menge an PEG-100-Stearat
- Die Ölsorte
- Der prozentuale Anteil der Ölphase
- Die verwendeten Fettalkohole
- Das Vorhandensein von Fetten und Wachsen
- Die verwendeten feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffe
4. Verbesserung der Produktstruktur
PEG-100-Stearat kann zusammen mit Inhaltsstoffen wie Glycerylstearat, Cetearylalkohol, Cetylalkohol und Stearinsäure eine cremige und stabile Produktstruktur bilden.
Die Zutat allein reicht nicht immer aus, um eine reichhaltige oder dickflüssige Creme herzustellen. Für zusätzliche Viskosität werden oft zusätzliche Strukturgeber verwendet.
Beispiele dafür sind:
- Cetearylalkohol
- Cetylalkohol
- Stearylalkohol
- Stearinsäure
- Cetylpalmitat
- Xanthan
- Carbomer
- Hydroxyethylcellulose
5. Sorgt für ein weiches Hautgefühl
PEG-100-Stearat wird oft mit Weichmachern und fettartigen Inhaltsstoffen kombiniert, die der Haut ein weiches und glattes Gefühl verleihen. Der Emulgator sorgt dafür, dass sich diese Inhaltsstoffe gleichmäßig in der Formel verteilen.
PEG-100-Stearat ist nicht in erster Linie ein aktiver Pflegewirkstoff wie Glycerin, Panthenol oder Hyaluronsäure. Seine wichtigste Rolle liegt im technischen Aufbau und in der Stabilität des Produkts.
PEG-100-Stearat und Glycerylstearat
PEG-100-Stearat wird sehr häufig in Kombination mit Glycerylstearat verwendet. Diese Kombination wird von verschiedenen Anbietern als fertiges Emulgierwachs oder selbstemulgierende Basis verkauft.
Die INCI-Bezeichnung wird dann meistens wie folgt angegeben:
Glycerylstearat, PEG-100-Stearat
Die beiden Zutaten haben teilweise unterschiedliche Funktionen:
- PEG-100-Stearat wirkt hauptsächlich als hydrophiler Öl-in-Wasser-Emulgator.
- Glycerylstearat wirkt als Co-Emulgator, Weichmacher und Konsistenzgeber.
Zusammen können sie ein robustes Emulgatorsystem bilden, das für viele verschiedene Kosmetikprodukte geeignet ist.
Es ist wichtig, zwischen reinem PEG-100-Stearat und einer handelsüblichen Mischung aus Glycerylstearat und PEG-100-Stearat zu unterscheiden. Die empfohlene Dosierung und Verarbeitung können unterschiedlich sein.
Der Unterschied zwischen PEG-100-Stearat und Glycerylstearat
PEG-100-Stearat und Glycerylstearat sind nicht derselbe Inhaltsstoff.
PEG-100-Stearat ist relativ stark wasserliebend und wird hauptsächlich als Öl-in-Wasser-Emulgator verwendet.
Glycerylstearat ist ein Ester aus Glycerin und Stearinsäure. Es kann zur Struktur, zur Weichmachung und zur Stabilität beitragen, ist aber in vielen Fällen nicht stark genug, um allein eine stabile Öl-in-Wasser-Emulsion zu bilden.
Ein Rohstoff, der ausschließlich Glycerylstearat enthält, kann daher anders wirken als eine selbstemulgierende Mischung aus Glycerylstearat und PEG-100-Stearat.
Der Unterschied zwischen Glycerylstearat und Glycerylstearat SE
Auch Glycerylstearat SE ist nicht dasselbe wie normales Glycerylstearat. Die Buchstaben SE stehen für „self-emulsifying“ (selbstemulgierend).
Glycerylstearat SE enthält neben Glycerylstearat meist noch einen zusätzlichen seifenartigen Emulgator, wie zum Beispiel Natriumstearat oder Kaliumstearat. Dadurch kann es selbstständig zur Bildung einer Emulsion beitragen.
Eine Kombination aus Glycerylstearat und PEG-100-Stearat nutzt einen anderen Emulgiermechanismus und kann daher ein anderes Hautgefühl, eine andere pH-Empfindlichkeit und andere Formulierungseigenschaften aufweisen.
Diese Rohstoffe dürfen nicht ohne Neuformulierung eins zu eins ersetzt werden.
In welchen Produkten kann PEG-100-Stearat verwendet werden?
PEG-100-Stearat ist vielseitig in Kosmetik- und Körperpflegeprodukten einsetzbar, in denen Öl und Wasser kombiniert werden müssen.
Gesichtspflege
- Tagescremes
- Nachtcremes
- Feuchtigkeitsspendende Gesichtscremes
- Anti-Aging-Cremes
- Augencremes
- Gesichtswasser
- Reinigungscremes
- Reinigungsmilch
Körperpflege
- Bodylotions
- Körpercremes
- Handcremes
- Fußcremes
- After-Sun-Produkte
- Massagecremes
- Babypflegeprodukte
Haarpflege
- Konditionierer
- Haarmasken
- Leave-in-Cremes
- Stylingcremes
- Cremes für lockiges Haar
- Kopfhautpflege
Reinigungsmittel
- Cremige Gesichtsreiniger
- Reinigungsmilch
- Make-up-Entferner
- Cremiges Duschgel
- Milde Reinigungsemulsionen
Sonstige kosmetische Anwendungen
- Sonnencremes
- Aftershave-Balsame
- Deo-Cremes
- Feuchtigkeitsspendende Emulsionen
- Kosmetische Pflegecremes
Wie verwendet man PEG-100-Stearat?
PEG-100-Stearat wird normalerweise in die erhitzte Ölphase einer Emulsion eingearbeitet. Da das Material meist fest und wachsartig ist, muss es vollständig geschmolzen werden, bevor die Wasser- und die Ölphase miteinander vermischt werden.
Allgemeine Vorgehensweise
- Wiege alle Zutaten genau ab.
- Gib PEG-100-Stearat in die Ölphase.
- Füge gegebenenfalls Fettalkohole, Wachse, Butter und Öle hinzu.
- Erhitze die Ölphase, bis alle festen Zutaten vollständig geschmolzen sind.
- Erhitze die Wasserphase separat auf ungefähr dieselbe Temperatur.
- Mische die Wasser- und die Ölphase entsprechend dem gewählten Herstellungsverfahren.
- Rühre oder homogenisiere die Mischung, bis eine gleichmäßige Emulsion entsteht.
- Rühr während des Abkühlens regelmäßig um.
- Füge die hitzeempfindlichen Zutaten während der Abkühlphase hinzu.
- Überprüfe den pH-Wert des Endprodukts.
- Fülle die Emulsion bei einer geeigneten Temperatur ab.
Die genaue Verarbeitungstemperatur hängt von der verwendeten Produktqualität und den übrigen Zutaten ab. Bei Warmemulsionsverfahren werden die Phasen oft bei etwa 70 bis 75 Grad Celsius miteinander vermischt, aber maßgeblich sind immer die technischen Angaben des Lieferanten.
Empfohlene Dosierung von PEG-100-Stearat
Die richtige Dosierung hängt davon ab, ob reines PEG-100-Stearat verwendet wird oder eine Mischung, zum Beispiel mit Glycerylstearat.
Als allgemeine Dosierungsempfehlung kann man bei PEG-100-Stearat oft mit einem Bereich von etwa folgenden Werten beginnen:
- 1 bis 3 % als Bestandteil eines kombinierten Emulgatorsystems
- 2 bis 5 % bei vielen Cremes und Lotionen, je nach Ölanteil
- Bis zu etwa 6 % in reichhaltigeren oder technisch anspruchsvolleren Emulsionen, sofern die Angaben des Lieferanten dies zulassen
Bei handelsüblichen Mischungen aus Glycerylstearat und PEG-100-Stearat liegt die empfohlene Einsatzkonzentration oft bei einigen Prozent der Gesamtformulierung. Halte dich immer an die Produktinformationen des Herstellers.
Die Dosierung muss unter anderem auf Folgendes abgestimmt werden:
- Der Gesamtanteil der Ölphase
- Die Art von Öl und Butter
- Das Vorhandensein von Pigmenten oder Pulvern
- Die gewünschte Viskosität
- Die gewünschte Verarbeitbarkeit
- Die Art der Verpackung
- Das Vorhandensein von Elektrolyten
- Der Gehalt an Wirkstoffen
Das Verhältnis zwischen Emulgator und Ölphase
Ein Emulgator wird nicht nur anhand eines festen Standardprozentsatzes ausgewählt. Die Menge muss zur Größe und Zusammensetzung der Ölphase passen.
Eine Rezeptur mit 5 % leichtem Öl stellt andere Anforderungen an das Emulsionssystem als eine Rezeptur mit 25 % Öl, Butter und Wachs.
Bei der Bestimmung der Menge an PEG-100-Stearat muss Folgendes berücksichtigt werden:
- Der Gesamtölanteil
- Der Anteil an flüssigen Ölen
- Der Butteranteil
- Der Anteil des Waschens
- Der Anteil an Silikonen oder Estern
- Die Polarität der verwendeten Weichmacher
Verwende nicht automatisch mehr Emulgator, wenn eine Emulsion zu dünn ist. Ein Emulgator dient in erster Linie dazu, Öl und Wasser zu verbinden. Für zusätzliche Konsistenz sind Fettalkohole, Polymere oder andere Verdickungsmittel oft besser geeignet.
Mit Cetearylalkohol kombinieren
PEG-100-Stearat wird oft mit Cetearylalkohol kombiniert. Diese Kombination kann die Struktur und Stabilität einer Creme verbessern.
PEG-100-Stearat erfüllt vor allem die Funktion eines Emulgators, während Cetearylalkohol folgende Wirkungen hat:
- Verdickungsmittel
- Bindemittel
- Co-Emulgator
- Emulsionsstabilisator
- Feuchtigkeitsspender
Durch Variieren der Menge an Cetearylalkohol lässt sich die Textur des Produkts anpassen.
- Eine geringere Menge ergibt eine leichtere und flüssigere Lotion.
- Eine größere Menge ergibt eine vollere und festere Creme.
Eine zu hohe Konzentration an Cetearylalkohol kann ein wachsartiges Hautgefühl oder weiße Spuren beim Einreiben verursachen.
Mit Cetylalkohol kombinieren
Cetylalkohol kann hinzugefügt werden, um einer Emulsion mehr Konsistenz zu verleihen und ein weiches, geschmeidiges Hautgefühl zu erzeugen. Im Vergleich zu Cetearylalkohol sorgt Cetylalkohol oft für eine etwas leichtere und weniger feste Struktur.
Die Kombination aus PEG-100-Stearat und Cetylalkohol kann geeignet sein für:
- Leichte Gesichtscremes
- Bodylotions
- Reinigungsmilch
- Leichtere Haarspülungen
Mit Stearinsäure kombinieren
Stearinsäure kann eine Emulsion deutlich dickflüssiger und fester machen. Außerdem kann sie den pH-Wert und das Hautgefühl beeinflussen.
Eine Formel mit PEG-100-Stearat und viel Stearinsäure kann eine feste, reichhaltige Creme ergeben. Eine zu hohe Menge an Stearinsäure kann jedoch zu Folgendem führen:
- Eine starre Struktur
- Ein seifenartiges Hautgefühl
- Eine weiße Spur beim Einfetten
- Eine weniger elegante Anwendung
Mit pflanzlichen Ölen und Butter kombinieren
PEG-100-Stearat lässt sich mit vielen verschiedenen kosmetischen Ölen und Buttern verwenden.
Beispiele dafür sind:
- Mandelöl
- Jojobaöl
- Sonnenblumenöl
- Avocadoöl
- Traubenkernöl
- Arganöl
- Squalan
- Caprylic/Capric Triglyceride
- Shea Butter
- Kakaobutter
- Mangobutter
Leichte Öle und Ester sorgen in der Regel für eine Emulsion, die sich besser verteilen lässt und schneller einzieht. Große Mengen Butter oder Wachs machen das Produkt reichhaltiger, fester und möglicherweise schwerer.
PEG-100-Stearat in leichten Lotionen
Für eine leichte Lotion wird meist eine relativ geringe Ölphase verwendet. Die Menge an PEG-100-Stearat muss ausreichen, um das Öl stabil zu emulgieren, darf aber nicht so hoch sein, dass sich das Produkt schwer oder zäh anfühlt.
Eine leichte Lotion lässt sich zum Beispiel aus folgenden Bestandteilen zusammenstellen:
- Ein geringer Anteil an Leichtöl
- PEG-100-Stearat als Emulgator
- Eine kleine Menge Cetylalkohol oder Cetearylalkohol
- Glycerin als Feuchtigkeitsspender
- Eine kleine Menge Xanthan oder ein anderes Verdickungsmittel für die wässrige Phase
- Ein geeignetes Konservierungsmittel
PEG-100-Stearat in reichhaltigen Cremes
Für eine reichhaltige Creme kann PEG-100-Stearat mit einer höheren Ölphase, Butterarten und zusätzlichen Konsistenzgebern kombiniert werden.
Eine reichhaltige Creme kann geeignet sein für:
- Trockene Haut
- Handpflege
- Fußpflege
- Nachtpflege
- Winterpflege
- Massageprodukte
Beachte, dass eine große Menge an festen Fettstoffen die Rezeptur wachsartig oder schwer streichbar machen kann. Das Verhältnis zwischen Emulgator, Fettalkohol, Butter und flüssigem Öl muss sorgfältig optimiert werden.
PEG-100-Stearat in Gesichtscremes
PEG-100-Stearat eignet sich sowohl für leichte als auch für reichhaltige Gesichtscremes. Dank seiner neutralen und vielseitigen Emulgierwirkung lässt es sich in vielen verschiedenen Formulierungen einsetzen.
Für eine leichte Gesichtscreme kannst du schnell einziehende Weichmacher verwenden, wie zum Beispiel:
- Squalan
- Caprylic/Capric Triglyceride
- Coco-Caprylat/Caprat
- Leichte Ester
- Jojobaöl
Um eine reichhaltigere Gesichtscreme zu erhalten, kann die Rezeptur mit Pflanzenöl, Butter oder einer größeren Menge an Fettalkohol ergänzt werden.
PEG-100-Stearat in Reinigungsprodukten
PEG-100-Stearat kann in cremigen Reinigungsmitteln und Reinigungsmilch verwendet werden. In diesen Produkten hilft es dabei, öle und fettlösliche Reinigungsbestandteile in einer wässrigen Basis zu verteilen.
Eine Reinigungsemulsion kann dabei helfen, Make-up, Sonnencreme und Hautfett während der Anwendung zu lösen. Anschließend lässt sich das Produkt mit Wasser, einem Tuch oder einem Wattepad entfernen.
PEG-100-Stearat ist an sich nicht unbedingt der Hauptreinigungswirkstoff. Die Reinigungswirkung hängt von der gesamten Rezeptur und von eventuellen zusätzlichen Tensiden ab.
PEG-100-Stearat in der Haarpflege
PEG-100-Stearat kann in Haarcremes, Haarmasken und manchen Haarspülungen verwendet werden, um Öl und Wasser zu emulgieren. Es trägt zur cremigen Konsistenz und zur guten Verteilung des Produkts bei.
Der Inhaltsstoff hat jedoch nicht dieselbe starke pflegende und antistatische Wirkung wie kationische Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel:
- Behentrimoniummethosulfat
- Behentrimoniumchlorid
- Cetrimoniumchlorid
Für einen echten Conditioner wird PEG-100-Stearat daher oft mit einem pflegenden Inhaltsstoff kombiniert. Überprüfe dabei sorgfältig, ob die verwendeten anionischen, nichtionischen und kationischen Rohstoffe miteinander verträglich sind.
Ist PEG-100-Stearat ein natürlicher Emulgator?
PEG-100-Stearat ist ein ethoxylierter Inhaltsstoff. Auch wenn der Stearinsäureanteil aus pflanzlichen Fetten stammen kann, wird der PEG-Anteil durch einen chemischen Ethoxylierungsprozess hergestellt.
Deshalb wird PEG-100-Stearat in der Regel nicht gemäß den Standards für Naturkosmetik akzeptiert, die PEG-Inhaltsstoffe ausschließen.
Der Inhaltsstoff kann allerdings in herkömmlicher Kosmetik und in Rezepturen verwendet werden, bei denen keine offizielle Naturkosmetik-Zertifizierung angestrebt wird.
Ist PEG-100-Stearat vegan?
PEG-100-Stearat kann aus Stearinsäure pflanzlichen Ursprungs hergestellt werden. In diesem Fall kann der Rohstoff für vegane Kosmetik geeignet sein.
Der INCI-Name allein gibt jedoch keine Gewissheit über die Herkunft der Stearinsäure. Überprüfe daher die Angaben des Lieferanten, wenn du das Endprodukt als vegan verkaufen möchtest.
Ist PEG-100-Stearat palmölfrei?
Nicht automatisch. Die Stearinsäure kann aus Palmöl, Kokosöl oder anderen Fettquellen stammen. Der INCI-Name gibt die ursprüngliche Quelle nicht an.
Für die Angabe „palmölfrei“ ist eine entsprechende Erklärung des Herstellers oder Lieferanten erforderlich.
Ist PEG-100-Stearat biologisch abbaubar?
Die biologische Abbaubarkeit hängt von der genauen Produktqualität, der Zusammensetzung und der verwendeten Testmethode ab. Allein anhand der INCI-Bezeichnung lässt sich hierzu keine absolute Aussage treffen.
Verwende für Umweltangaben immer produktspezifische Unterlagen der Lieferanten und vermeide allgemeine Angaben, die nicht ausreichend belegt sind.
Ist PEG-100-Stearat sicher?
PEG-100-Stearat wird schon seit langem in Kosmetik- und Körperpflegeprodukten verwendet. Bei Verwendung in einem gut formulierten und ordnungsgemäß bewerteten Kosmetikprodukt gilt es allgemein als für kosmetische Zwecke geeignet.
Die Sicherheit des Endprodukts hängt aber nicht nur von PEG-100-Stearat ab. Auch die folgenden Faktoren spielen eine wichtige Rolle:
- Die verwendete Konzentration
- Die Qualität und Reinheit des Rohstoffs
- Die übrigen Zutaten
- Der pH-Wert des Produkts
- Der vorgesehene Verwendungszweck
- Die Zielgruppe
- Die Nutzungshäufigkeit
- Die mikrobiologische Sicherheit
- Die Stabilität der Formel
Für Kosmetikprodukte, die in der Europäischen Union verkauft werden, muss eine Sicherheitsbewertung durch einen qualifizierten Sicherheitsgutachter durchgeführt werden.
Ethoxylierung und Qualität
PEG-100-Stearat wird durch Ethoxylierung hergestellt. Bei der Herstellung von ethoxylierten Inhaltsstoffen können unerwünschte Spurenstoffe entstehen, wenn der Herstellungs- und Reinigungsprozess nicht richtig kontrolliert wird.
Zuverlässige Kosmetikrohstoffe werden daher nach festgelegten Qualitätsstandards hergestellt und gereinigt. Kauf PEG-100-Stearat ausschließlich bei einem zuverlässigen Lieferanten, der entsprechende Unterlagen vorlegen kann.
Zu den wichtigen Dokumenten gehören unter anderem:
- Produktspezifikation
- Analysezertifikat
- Sicherheitsdatenblatt
- Technisches Datenblatt
- Herkunftserklärung
- Erklärung zu verbleibenden Verunreinigungen, falls zutreffend
Beeinflusst PEG-100-Stearat den pH-Wert?
PEG-100-Stearat ist ein nichtionischer Emulgator und lässt sich in der Regel in einem relativ breiten pH-Bereich einsetzen. Die genaue pH-Eignung hängt jedoch vom jeweiligen Produkt und den übrigen Inhaltsstoffen ab.
Der pH-Wert einer Emulsion muss auf Folgendes abgestimmt werden:
- Der vorgesehene Verwendungszweck
- Die Haut oder die Haare
- Das Konservierungsmittel
- Die Wirkstoffe
- Die Stabilität des Emulsionssystems
Miss den pH-Wert, nachdem das Produkt ausreichend abgekühlt ist. Manche Emulsionen entwickeln ihre endgültige Struktur erst nach 24 bis 48 Stunden, weshalb eine zweite Kontrolle sinnvoll sein kann.
Ist PEG-100-Stearat ein Konservierungsmittel?
Nein. PEG-100-Stearat hat keine zuverlässige, breitwirksame konservierende Wirkung.
Ein wasserhaltiges Produkt benötigt in den meisten Fällen ein geeignetes Konservierungsmittel, um das Wachstum von Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen einzudämmen.
Die Wahl des Konservierungsmittels hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
- Der pH-Wert
- Der Wassergehalt
- Die gebrauchte Verpackung
- Das Vorhandensein von Pflanzenextrakten
- Das Vorhandensein von Proteinen oder Zucker
- Die zu erwartenden Einsatzbedingungen
Bei kommerziellen Produkten muss die Wirksamkeit des Konservierungssystems in der endgültigen Rezeptur angemessen belegt werden.
Probleme bei Emulsionen mit PEG-100-Stearat lösen
Die Emulsion trennt sich
Wenn sich Wasser und Öl voneinander trennen, ist das Emulsionssystem möglicherweise unzureichend oder wurde falsch verarbeitet.
Überprüfe unter anderem:
- Ob ausreichend PEG-100-Stearat verwendet wurde
- Ob die Menge an Emulgator zur Ölphase passt
- Ob beide Phasen auf die richtige Temperatur gebracht wurden
- Ob alle festen Zutaten vollständig geschmolzen sind
- Ob eine ausreichende Homogenisierung stattgefunden hat
- Ob das Produkt richtig abgekühlt ist
- Ob Elektrolyte die Stabilität beeinträchtigen
- Ob der pH-Wert passt
Die Lotion ist zu dünn
Eine dünnflüssige Lotion bedeutet nicht automatisch, dass zu wenig Emulgator verwendet wurde. Die Emulsion kann stabil und dennoch flüssig sein.
Wenn du eine höhere Viskosität brauchst, kannst du dir Folgendes ansehen:
- Cetearylalkohol
- Cetylalkohol
- Stearinsäure
- Xanthan
- Carbomer
- Andere geeignete Rheologiemodifikatoren
Beurteile die endgültige Viskosität erst, nachdem das Produkt vollständig abgekühlt ist und mindestens 24 Stunden gestanden hat.
Die Creme ist zu dick
Überprüfe nicht nur die Menge an PEG-100-Stearat, sondern auch die Menge an Fettalkohol, Butter, Wachs und dem Verdickungsmittel für die Wasserphase.
Mögliche Anpassungen sind:
- Den Anteil an Cetearylalkohol senken
- Den Butteranteil senken
- Einen Teil der festen Fettstoffe durch flüssiges Öl ersetzen
- Den Wasseranteil leicht erhöhen
- Verwende eine geringere Menge an Polymerverdicker
Die Creme wird beim Eincremen weiß
Ein weißer Streifen beim Verteilen wird oft als „Soaping“ bezeichnet. Das kann durch die Kombination aus Emulgator, Fettalkoholen, Fettsäuren und anderen festen, fettartigen Inhaltsstoffen entstehen.
Mögliche Lösungen sind:
- Die Menge an Cetearylalkohol reduzieren
- Die Menge an Stearinsäure reduzieren
- Mehr leichte Weichmacher verwenden
- Das Verhältnis von Öl, Butter und Wachs anpassen
- Den Emulgierprozess optimieren
Die Creme fühlt sich schwer oder fettig an
Das schwere Gefühl wird meistens durch die gesamte Ölphase verursacht und nicht ausschließlich durch PEG-100-Stearat.
Überleg dir doch mal:
- Den Gesamtölanteil senken
- Schwere Öle durch leichtere Weichmacher ersetzen
- Weniger Butter oder Wachs verwenden
- Den Fettalkoholanteil senken
Die Creme wird körnig
Körnchenbildung kann durch nicht vollständig geschmolzene fettige Zutaten, die Kristallisation von Butter oder einen falschen Abkühlungsprozess entstehen.
Stell sicher, dass:
- Alle festen Zutaten sind vollständig geschmolzen
- Die Emulsion wird gleichmäßig vermischt
- Die Creme kühlt nicht extrem langsam oder ungleichmäßig ab
- Butter richtig verarbeiten
- Das Produkt wird bei verschiedenen Temperaturen getestet
Stabilitätsprüfungen
Eine neu entwickelte Emulsion muss immer auf ihre Stabilität geprüft werden. Ein Produkt, das direkt nach der Herstellung gut aussieht, kann nach einigen Wochen trotzdem dünner werden, sich absetzen oder seine Konsistenz verändern.
Überprüfe bei Stabilitätstests unter anderem Folgendes:
- Viskosität
- Phasentrennung
- Farbveränderung
- Geruchsveränderung
- pH-Veränderung
- Kornbildung
- Wasserverlust
- Kristallbildung
- Verträglichkeit mit der Verpackung
- Funktionsweise einer Pumpe oder einer Zapfstelle
Teste das Produkt bei verschiedenen Temperaturen und unter Bedingungen, die der voraussichtlichen Lagerung, dem Transport und der Verwendung durch den Verbraucher entsprechen.
Mikrobiologische Untersuchungen
Da PEG-100-Stearat häufig in wasserhaltigen Produkten verwendet wird, muss auch die mikrobiologische Sicherheit bewertet werden.
Je nach Produkt können unter anderem folgende Untersuchungen relevant sein:
- Mikrobiologische Qualitätsprüfung
- Challenge-Test des Konservierungssystems
- Haltbarkeitsuntersuchung
- Verpackungstest
Eine gute Produktionshygiene bleibt auch dann unerlässlich, wenn ein Konservierungsmittel verwendet wird.
Lagerung von PEG-100-Stearat
Bewahre PEG-100-Stearat in der originalen, gut verschlossenen Verpackung an einem trockenen und kühlen Ort auf. Schütze das Produkt vor direkter Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit, Staub und Verunreinigungen.
Verwende sauberes und trockenes Werkzeug, um das Material aus der Verpackung zu entnehmen. Verschließe die Verpackung sofort nach Gebrauch.
Befolge immer die produktspezifischen Empfehlungen des Herstellers für:
- Lagertemperatur
- Haltbarkeitsdauer
- Umgang mit geöffneten Verpackungen
- Sichere Nutzung
Produktspezifikationen
- Produktname: PEG-100-Stearat
- INCI: PEG-100-Stearat
- Art des Inhaltsstoffs: Nichtionischer Öl-in-Wasser-Emulgator
- Funktion: Emulgator und Emulsionsstabilisator
- Aussehen: Meist weiße bis cremefarbene feste Flocken, Körner oder Pellets
- Verarbeitung: In die erhitzte Ölphase geben
- Anwendungsbereiche: Cremes, Lotionen, Reinigungsmilch, Haarspülungen und Haarmasken
- Löslichkeit: Nicht direkt in kaltem Wasser löslich
Das Aussehen, der Schmelzverlauf und die genauen Produktspezifikationen können je nach Hersteller variieren. Lies dir daher immer die Dokumentation durch, die zum verwendeten Rohstoff gehört.
Vorteile von PEG-100-Stearat
- Geeignet für Öl-in-Wasser-Emulsionen
- Hilft dabei, Wasser und Öl stabil zu vermischen
- Vielseitig einsetzbar in der Haut- und Haarpflege
- Eignet sich für leichte und reichhaltige Emulsionen
- Lässt sich gut mit Glycerylstearat kombinieren
- Lässt sich gut mit Cetearylalkohol kombinieren
- Kann zu einer cremigen und gleichmäßigen Konsistenz beitragen
- Nichtionisch und daher vielseitig einsetzbar
- Geeignet für viele verschiedene Öl- und Weichmachersysteme
Wichtige Punkte, die du beachten solltest
- Überprüfe, ob du reines PEG-100-Stearat oder eine Fertigmischung verwendest.
- Halte dich immer an die vom Hersteller empfohlene Dosierung.
- Gib den Rohstoff in der Regel in die erhitzte Ölphase hinzu.
- Verwende zusätzliche Verdickungsmittel, wenn eine höhere Viskosität erforderlich ist.
- Ein wasserhaltiges Produkt braucht meistens ein geeignetes Konservierungsmittel.
- Überprüfe den pH-Wert des Endprodukts.
- Führe Stabilitäts- und mikrobiologische Tests durch.
- Überprüfe Angaben zu „vegan“, „palmölfrei“ und zur Herkunft anhand der Unterlagen der Lieferanten.
- PEG-100-Stearat ist in der Regel nicht für zertifizierte Naturkosmetik geeignet.
- Lass kommerzielle Kosmetikprodukte professionell bewerten.
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