Weiße Kerzen haben zweifellos eine zeitlose Eleganz, aber seien wir ehrlich: Manchmal darf es einfach etwas mehr sein. Ein sattes Bordeauxrot für die Weihnachtstafel oder ein zartes Pastellblau für den Frühling verleihen einem Raum sofort das gewisse Etwas. Vielleicht hast du dich in einem Anflug von Kreativität schon einmal an alten Wachsmalstiften versucht (kleiner Tipp: Lass es lieber) oder dich gewundert, warum deine einst strahlend lila Kerze nach einer Woche plötzlich grau wirkte.

Die Wahl der richtigen Farbstoffe und Technik ist entscheidend für eine Kerze, die nicht nur schön aussieht, sondern auch sauber abbrennt. In diesem Artikel tauchen wir in die Welt der Kerzenfarben ein, beleuchten den Einfluss verschiedener Wachsarten und zeigen dir, wie du typische Anfängerfehler vermeidest.
Warum Wachsmalstifte und Lebensmittelfarbe tabu sind
Wer gerade erst mit dem Kerzen gießen beginnt, greift gerne zu Hausmitteln. Für hochwertige und sichere Kerzen raten wir davon jedoch dringend ab. Lebensmittelfarbe basiert oft auf Wasser. Und wie allgemein bekannt ist: Wasser und Wachs (oder Öl) vertragen sich nicht. Sie lassen sich nicht homogen mischen, was zu unschönen Spritzern führt und die Kerze unruhig knistern lässt.
Auch Wachsmal- oder Buntstifte sind absolut ungeeignet. Die darin enthaltenen Pigmente sind viel zu grob für den Kerzendocht. Sie lösen sich nicht vollständig im Wachs auf, sondern verstopfen den Docht. Die Folge ist eine Kerze, die rußt, unangenehm riecht oder ständig erlischt. Professionelle Kerzenfarbstoffe hingegen sind speziell entwickelt, um sich molekular mit dem Wachs zu verbinden, ohne den Brennvorgang zu stören.
Welche Kerzenfarbe passt zu deinem Projekt?
Nicht jeder Farbstoff verhält sich gleich. Deine Wahl hängt maßgeblich von der verwendeten Wachsart und dem gewünschten Endergebnis ab.
Flüssige Farbstoffe
Flüssigfarben sind aufgrund ihrer Vielseitigkeit bei vielen Kerzenmachern sehr beliebt. Sie sind hochkonzentriert – oft genügen schon wenige Tropfen. Das macht sie ideal, um eigene, individuelle Farbtöne zu mischen. Ein großer Vorteil: Flüssige Farben lösen sich schnell und einfach im Wachs, was das Risiko von Schlieren minimiert. Sie eignen sich sowohl für Paraffin als auch für Sojawachs, wobei man bei Soja oft etwas mehr Farbe benötigt, um intensive Töne zu erzielen.
Farbstoffblöcke und Chips
Für gleichbleibende Ergebnisse sind Farbblöcke oder Chips hervorragend geeignet. Da die Menge an Farbstoff pro Block festgelegt ist, lässt sich der exakte Farbton bei Folgebergebinden leicht reproduzieren. Das ist ideal, wenn du eine Serie von Kerzen zum Verkauf oder als Geschenke produzierst. Beachte jedoch, dass diese festen Farbstoffe oft eine höhere Temperatur benötigen (meist über 65 °C), um sich vollständig und ohne Rückstände aufzulösen.
Mica-Pulver und Pigmente
Soll es schimmern und glänzen? Dann ist Kerzen-Mica die richtige Wahl. Mica ist ein natürliches Mineral, das einen wunderschönen Perlmutt-Effekt erzeugt. Hierbei gibt es jedoch eine wichtige Einschränkung: Mica löst sich nicht im Wachs auf, sondern schwebt als feine Partikel darin. Bei zu hoher Dosierung verstopft der Docht (“Clogging”) und die Kerze brennt schlecht ab.
Verwende Mica daher sparsam, am besten hauptsächlich für Wax Melts (Duftwachs ohne Docht) oder für die äußere Schicht von Stumpenkerzen. Natürliche Pigmente wie Mica können die Kapillarwirkung des Dochtes blockieren. Bei Kerzen im Glas (Container Candles) nutzt du Mica am besten nur für einen subtilen “Swirl” auf der Oberfläche.
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Der Einfluss des Wachses auf die Farbe
Das gewählte Wachs bestimmt zu einem großen Teil, wie die Farbe am Ende wirkt. Passe deine Erwartungen dem Material an, um Enttäuschungen zu vermeiden.
- Sojawachs: Soja ist von Natur aus milchig-weiß und opak. Dadurch wirken Farben meist weicher und pastelliger. Die kristalline Struktur von pflanzlichem Kerzenwachs wie Soja schluckt oft etwas Farbintensität im Vergleich zu Paraffin. Ein knalliges Rot ist schwer zu erreichen und erfordert viel Farbstoff, was wiederum das Risiko von “Frosting” (weißem Belag) erhöht.
- Paraffin: Da Paraffin transparenter ist, kommen Farben hier meist hell und lebendig zur Geltung. Es ist das einfachste Wachs, um tiefe, dunkle Farbtöne zu erzielen.
- Gelwachs: Gelwachs ist klar und durchsichtig. Farbstoffe bleiben darin transparent, was einen faszinierenden Buntglas-Effekt ergibt. Achtung: Verwende hierfür nur Farbstoffe, die explizit für Gel geeignet sind, um Trübungen zu vermeiden.
- Kerzensand: Ein relativ neues Produkt ist Kerzensand. Diesen musst du nicht schmelzen; du schüttest ihn als Granulat direkt ins Glas. Damit lassen sich kinderleicht Schichtmuster mit verschiedenfarbigem Sand erstellen.
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Kreative Techniken für Fortgeschrittene
Sitzen die Grundlagen? Dann kannst du mit Dekorationstechniken experimentieren, die deine Kerzen zu echten Unikaten machen.
Verzieren mit Wachsstiften
Mit Kerzen-Wachsstiften (Liquid Wax Pens) kannst du auf der Außenseite einer fertigen Kerze malen oder schreiben. Das flüssige Wachs in den Stiften härtet schnell aus und haftet gut auf der Kerze. Perfekt für feine Details, Namen oder Muster, die sich durch Gießen nicht realisieren lassen. Da dieses Wachs speziell für Kerzen entwickelt wurde, brennt es sicher und geruchsneutral mit ab.
Glitzer und Glamour
Für einen festlichen Touch kannst du Kerzen-Glitzer hinzufügen. Aber Vorsicht: Verwende ausschließlich kosmetischen Glitzer oder speziellen Bio-Glitzer für Kerzen. Herkömmlicher Bastelglitzer aus Plastik kann schmelzen, stinken und sogar brandgefährlich sein. Streue den Glitzer vorzugsweise oben auf die Kerze oder an den Rand, fernab vom Docht, damit die Flamme nicht erstickt wird.
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Häufige Probleme und Lösungen
Selbst erfahrene Kerzenmacher stoßen hin und wieder auf Schwierigkeiten. Hier sind Lösungen für die häufigsten Probleme beim Färben.
Weißer Belag (Frosting)
Bei pflanzlichen Wachsen wie Sojawachs bildet sich an der Glaswand oft eine weiße Kristallstruktur. Dies nennt man “Frosting”. Es beeinträchtigt das Brennverhalten nicht, sieht aber optisch manchmal unsauber aus. Wie wir in unserem Artikel über das Lösen von Kerzen-Frosting erklären, hilft es oft, das Glas vorzuwärmen und das Wachs bei einer niedrigeren Temperatur zu gießen.
Ausbleichen der Farbe
Steht deine Kerze auf der Fensterbank? UV-Licht lässt Farben schnell verblassen. Besonders Violett, Blau und Rot sind hierfür anfällig. Verwende gegebenenfalls einen UV-Inhibitor als Zusatz, wenn du weißt, dass deine Kerzen viel Sonnenlicht abbekommen, oder lagere sie bis zum Gebrauch an einem dunklen Ort.
Luftblasen
Manchmal zeigen sich nach dem Aushärten kleine Löcher oder Bläschen an der Oberfläche. Das liegt oft an zu enthusiastischem Rühren beim Einmischen der Farbe. Rühre immer ruhig und gleichmäßig. Hast du trotzdem Probleme damit? Dann lies unsere Tipps, wie du Luftblasen im Kerzenwachs entfernst.
Die Farbe sinkt ab
Wenn die Kerze am Boden dunkler ist als oben, hat sich der Farbstoff nicht richtig gebunden. Das passiert häufig, wenn der Farbstoff bei zu niedriger Temperatur zugegeben wurde. Achte darauf, dass dein Wachs heiß genug ist (meist um die 85 °C), wenn du Farbe und Duft hinzufügst, und rühre mindestens zwei Minuten lang sanft um. Mehr dazu erfährst du in unserem Beitrag über das Lösen von Problemen beim Mischen.
An die Arbeit
Kerzenfärben erfordert etwas Übung und Geduld, aber das Ergebnis lohnt sich. Leg einfach los, teste deine Kombinationen und führe ein Notizbuch darüber, was funktioniert (und was nicht). Ob subtile Pastelltöne in Sojawachs oder leuchtende Farben in Paraffin – mit der richtigen Technik schaffst du Kreationen, auf die du stolz sein kannst.



